16. Juni | Dieter Althaus, CDU, Magna Europe

© Marcel Mende
© Marcel Mende

Von der Unfreiheit zur Demokratie

 

Meine Erfahrungen mit der Demokratie sind eng mit dem Revolutionsherbst 1989 verbunden. Die Unfreiheit und die vielfältigen negativen Erfahrungen in der DDR belasteten unser Leben. Auch als junge Familie mit zwei Kindern vermissten wir die Reisefreiheit, die freie Meinungsäußerung sowie die Möglichkeit der aktiven politischen Mitarbeit. Deshalb war ich während der Revolution persönlich mit Engagement und Leidenschaft in meiner Eichsfelder Heimat aktiv tätig.

 

Der Mauerfall am 9. November 1989 war für mich ein Schlüsselerlebnis und ich habe mich bewusst in die Gestaltung der Demokratie eingebracht. Mit der Volkskammerwahl am 18. März 1990 wurde durch eine überzeugende Wählerentscheidung der Weg zur Wiedervereinigung unseres Vaterlandes gegangen, übrigens sorgte eine Wahlbeteiligung von 93,4 % für dieses klare Signal. Natürlich gab es in der Folge auch sehr viele Probleme beim Aufbau der jungen Demokratie weil z.B. altes Denken bzw. alte Strukturen nachwirkten. Aber durch den demokratischen Meinungsstreit fanden wir immer einen mehrheitlich akzeptierten Weg.

 

Heute erlebe ich, dass leider vielen Menschen die Motivation für das eigene politische Engagement ja selbst die Wahlbeteiligung fehlt. Vielfältige Sorgen und Ängste werden als Begründung für diese Abstinenz formuliert. Natürlich, wir erleben die Globalisierung verbunden mit der Digitalisierung die alle Lebensbereiche erfasst als eine besondere Herausforderung für unsere Demokratie. Quasi in Echtzeit erfahren wir die globalen politischen Realitäten die bei uns zu vielfältigen Ängsten führen und es stellt sich die Frage, finden wir hinreichende politische Antworten die uns lokal und auch global eine gute Zukunft ermöglichen?

 

Ich weiß es am Ende auch nicht aber eines ist aus meiner Sicht evident, der Rückzug ins vermeintlich Private oder die Abschottung in die nationalen Grenzen bzw. durch Protektionismus bringen keine Lösung. Mein klares Fazit ist deshalb, engagieren wir uns weiter für und in unsere Demokratie und setzen wir bei der Bundestagswahl durch unsere Stimme ein überzeugendes Zeichen für Freiheit, Demokratie und Weltoffenheit.