16. Mai | Joachim Unterländer MdL, CSU/Landeskomitee Bayern

DEMOKRATIE STIMMT – Sie muss offen und glaubwürdig vertreten werden!

 

Demokratie heißt für mich vorrangig auch mitmachen, zuhören, für die Belange (auch persönliche Anliegen) der Menschen offen sein und diese Erfahrungen in den politischen Meinungsbildungsprozess einbringen. Richtig praktiziert gibt es dazu keine Alternativen. Die Menschen müssen aber auch eingeladen werden zum Mitmachen. Meinungsbefragungen, Bürger- und Volksentscheide und Mitgliederentscheide werden uns dazu in Zukunft noch wesentlich stärker herausfordern und beschäftigen.

 

Demokratie heißt aber auch, im Überzeugungsprozess gegen radikale rechte und linke Positionen vorzugehen und Intoleranz sowie die Verunglimpfung von Andersdenkenden zu bekämpfen. Dies gilt vor allen Dingen für den schrankenlosen Gebrauch von sozialen Netzwerken.

 

Ich bin seit nunmehr fast 45 Jahren politisch aktiv. Ich glaube, dass das Zusammenleben nur funktionieren kann, wenn man sich politisch in das Gemeinwesen einbringt. Mich (als Münchner) hat besonders das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft als Jugendlicher motiviert, ein Leben lang gegen Gewalt und Indoktrination einzutreten.

 

Als Sohn eines Arbeiters (Vater) und einer Vertriebenenfamilie (Mutter) im Münchner Stadtteil Hasenbergl aufgewachsen, wo viele Menschen um ihre Existenz kämpfen mussten, stand für mich die Sozialpolitik daher schon immer im Mittelpunkt meiner Aktivitäten. Als gläubiger Katholik habe ich mich schnell für die katholische Soziallehre begeistern können. Deshalb bin ich seit 1973 auch CSU-Mitglied, da ich der Auffassung bin, hier meine Überzeugungen unter Berücksichtigung der historischen Erfahrungen am besten einbringen und durchsetzen zu können. Darüber hinaus gilt mein Engagement Gewerkschaften, Verbänden und Vereinen (gerade auch im kirchlichen Bereich).

 

Seit über 22 Jahren bin ich als immer wieder direkt gewählter Stimmkreisabgeordneter im Münchner Norden Mitglied des Bayerischen Landtags.

 

Trotz aller Zwänge stelle ich zweierlei fest: Man muss seinem inhaltlich geprägten Weg und seiner Überzeugung treu bleiben und offen sowie neugierig sein, was aktuelle und wichtige gesellschaftliche Entwicklungen anbelangt. Dies heißt auch, bei den entscheidenden Herausforderungen der Zukunft, nämlich

 

-        der Digitalisierung,

-        der demographischen Entwicklung und

-        den Flucht- und Wanderungsbewegungen in der Welt

 

Realitäten zu sehen, ohne den eigenen inneren Kompass zu verlieren.

 

In zahlreichen Themen der Familien-, Pflege-, Alten- und Behindertenpolitik, aber auch in vielen ethischen Grundsatzfragen des menschlichen Lebens am Anfang (z. B. Schwangerschaft, Embryonenschutz) und am Lebensende (Hospiz, Palliativ und Sterbehilfe) konnten wichtige Fortschritte (auch innerhalb meiner Partei) erzielt werden. Dazu sind natürlich auch in vielen Bereichen Misserfolge und Niederlagen zu beklagen, die aber bis jetzt für mich überschaubar sind.

 

Ich erlebe in meinen regelmäßigen Bürgersprechstunden immer wieder Menschen, die vom Gemeinschaftsleben, von Arbeit und Wohlstand abgehängt sind. Dagegen hilft persönliches Engagement demokratisch gewählter Personen, die glaubwürdig sind und alles versuchen, Menschen in ihrer subjektiven Notlage zu helfen.

 

Wenn dieser Prozess aktiv und überzeugend mit und in der Bevölkerung gelebt und praktiziert wird, bin ich zuversichtlich, dass unsere Demokratie als beste Staats- und Gemeinschaftsform eine gute Zukunft haben wird.

 

Joachim Unterländer, Mitglied des Bayerischen Landtags

Vorsitzender des Sozialausschusses und

 

Sprecher für Fragen der katholischen Kirche