Winfried Kretschmann MdL, Die Grünen

(c) Staatsministerium Baden-Württemberg
(c) Staatsministerium Baden-Württemberg

Winfried, dafür hat sich das schon gelohnt! – das habe ich mir nach der einstimmigen Zustimmung des Bundesrats zum Atomausstieg im Juli 2011 gesagt.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich gemeinsam mit meinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern für den Atomausstieg demonstriert habe. Später habe ich mich im Landtag von Baden-Württemberg und seit 2011 als Ministerpräsident meines Landes dafür eingesetzt. Nun wird dieser in absehbarer Zeit Realität. Ein fast vierzigjähriges Engagement veranschaulicht, warum es sich lohnt für seine Überzeugungen politisch einzutreten.

Daher möchte ich Sie ermutigen, ebenfalls für Ihre Überzeugungen einzutreten. Auch, wenn es dafür des Öfteren einen langen Atem benötigt, wie das von mir erwähnte Beispiel zeigt. Mir persönlich ist es viel lieber, die Zukunft aktiv mitzugestalten, als dass ich mich in einer fremdgestalteten Zukunft wiederfinde, die dann sicher nicht so ist, wie ich sie mir wünsche.

Dabei dürfen wir Kompromisse nicht scheuen. Denn Menschen sind schlichtweg unterschiedlich, und verschiedene Dinge sind ihnen wichtig. Kompromisse befähigen uns dabei zu einem Interessensausgleich und ermöglichen erst das Miteinander in der Gesellschaft.

So wie ich meinen Glauben verstehe, ist dieses Miteinander eines der zentralen Elemente des gelebten Christentums. Alle Christen, die dieses Verständnis mit mir teilen, kann ich nur ermutigen, sich ebenfalls für unsere Gesellschaft einzusetzen. Im Hinblick auf die Bundestagswahl bedeutet dies für mich, wählen zu gehen und bei denen das Kreuz zu setzen, die für den Zusammenhalt, für Europa und für eine offene Gesellschaft eintreten.